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  • 8.12. Kundgebung: Zerbrochenes Gewehr vor der Europäischen Kommission für Asyl für Deserteure und Kriegsdienstverweigerer aus Russland, Belarus, Ukraine

    Wann8.12.2022 um 11 Uhr
    OrtEuropäisches Haus
    (Sitz der EU-Kommission,
    Unter den Linden 78, 10117 Berlin)

    Am Donnerstag, den 8.12.22 um 11 Uhr demonstrieren wir mit anderen Friedens- und Menschenrechtsorganisationen mit einem übergroßen aufblasbaren zerbrochenen Gewehr für die Rechte der Verweigerer und Deserteure vor dem Europäischen Haus (Sitz der EU-Kommission, Unter den Linden 78, 10117 Berlin).

    Friedens- und Menschenrechtsorganisationen rufen aus Anlass des Internationalen Tages der Menschenrechte (10. Dezember) zu einem Aktionstag vor dem Europäischen Haus in Berlin auf. Sie fordern Schutz und Asyl für Deserteure und Kriegsdienstverweigerer aus Russland, Belarus und der Ukraine. „Hunderttausende haben sich den Kämpfen in der Ukraine entzogen“, so heute Rudi Friedrich vom Kriegsdienstverweigerungs-Netzwerk Connection e.V. „Auf der Seite Russlands und Belarus wollen sie sich nicht an einem Angriffskrieg beteiligen. Auf der Seite der Ukraine entziehen sie sich dem Zwang zum Kriegsdienst.“ Zur Aktion haben die Organisator*innen Verweigerer und Antikriegsaktivist*innen aus allen drei Ländern eingeladen.

    Getragen wird die Aktion von:

    • antimilitaristische aktion berlin (amab)
    • Connection e.V.
    • Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK)
    • Internationale Ärzt*innen für die Verhütung des Atomkrieges – Ärzt*innen in sozialer Verantwortung e.V. (IPPNW)
    • Internationale der Kriegsdienstgegner*innen (IDK)
    • NaturFreunde Deutschlands
    • Pax Christi

    Die Organisator*innen unterstützen damit eine europaweite Petition, mit der die Europäische Union dazu aufgefordert wird, den Kriegsdienstverweigerern und Deserteuren aus Russland, Belarus und der Ukraine den notwendigen Schutz zu garantieren. Der Aufruf wurde bereits von weit mehr als 5.000 Personen unterzeichnet. Zudem haben mehr 100 als Organisationen aus über 20 Ländern mit einem Appell an den Bundestag und einem Aufruf an das Europäische Parlament die Forderungen gegenüber den Parlamenten stark gemacht.

    Weitere Infos unter https://de.Connection-eV.org/article-3695

    Es gibt mehr als 150.000 russische Wehrpflichtige und Deserteure, die den Angriffskrieg ablehnen. Schätzungsweise 22.000 belarussische Wehrpflichtige haben ihr Land verlassen, weil sie sich nicht an einer möglichen Beteiligung am Krieg in der Ukraine beteiligen wollen. Sie alle müssen wegen ihrer Haltung gegen den Krieg eine mehrjährige Verfolgung befürchten. Sie hoffen auf Schutz in den Zufluchtsländern.

    „Angesichts des Krieges in der Ukraine brauchen wir eine klare Zusage der deutschen Bundesregierung und der europäischen Institutionen“, so Rudi Friedrich, „dass bei Desertion und ausdrücklich auch bei Militärdienstentziehung in Russland Flüchtlingsschutz garantiert wird. Bislang sollen nur Deserteure und Oppositionelle aus Russland geschützt werden. Militärdienstentzieher sind von den Schutzversprechen jedoch ausdrücklich ausgenommen. Ein echter Schutz für alle, die sich dem Krieg verweigern, ist schon lange überfällig.

    Die Ukraine hat das Recht auf Kriegsdienstverweigerung ausgesetzt und die Grenze für Männer zwischen 18 und 60 Jahren geschlossen. Mehr als 140.000 Männer haben sich der Kriegsbeteiligung in der Ukraine entzogen und sind ins Ausland geflohen. Derzeit haben ukrainische Staatsbürger einen befristeten Aufenthalt in der Europäischen Union. In der Ukraine wurden bereits mehrere Kriegsdienstverweigerer zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

  • 2022 Retten statt Rüsten! Aktionswochenende in Berlin

    Jugendnetzwerk verkündet 100 Milliarden bessere Ideen für 100 000 000 000 € vorm Kanzler:innenamt: Seenotrettung und Klimaschutz sind mehr Geld wert als die Bundeswehr.Asyl für Kriegsdienstverweiger:innen und Bleiberecht für Alle statt Investitionen in Militär, von der ausschließlich die Rüstungsindustrie profitiert. – Starke Bilder und ein starkes Netzwerk.

    Besser kann unsere Botschaft nicht platziert sein als direkt vor dem Bürogebäude des Menschen, der große Stimmgewalt bezüglich unserer Forderung hat. „Retten statt Rüsten“ fordern wir, das U35-Netzwerk der DFG-VK und die antimilitaristische Aktion Berlin (amab), zum bundesweiten Aktionstag am 19. November vorm Bundeskanzler:innenamt. Umrahmt war die Aktion von einem Workshopwochenende.

    Auftakt
    Das Wochenende begann am Freitagabend mit einer gemütlichen Kennenlernrunde und der Vorstellung und ausführlicher Diskussion einer Awareness-Strategie für die nächsten Tage. Denn wir hoffen, dass sich alle willkommen und gut aufgehoben fühlen. Nach köstlichem Abendessen üben wir diskutieren und argumentieren zum 100 Milliarden Paket mit ein paar harten Zahlen über verwendete Geldmittel für verschiedene Zwecke im Bundeshaushalt. Die erprobten Gesprächsstrategien helfen bestimmt nicht nur bei der Aktion am nächsten Tag, son­dern vielleicht auch in Alltagsgesprächen über Abrüstung und Antimilitarismus.

    Die Aktion
    Samstagmorgen: Die letzten Aufgaben werden verteilt und ein weißer Transporter fährt vorm Bundeskanzler:innenamt vor, beladen mit Equipment, dass wirklich nicht hochseetauglich ist. Nachdem die überraschend schwere Rettungsinsel vor dem Zaun des Kanzler:innenamts ange­kommen ist, muss Luft hinein. Normalerweise werden bei Wasserkontakt Gaskartuschen ausgelöst, die die Rettungsinsel mit Luft füllen, sodass sie die Schiffbrüchigen über Wasser hält. Weil wir diese Kartuschen nicht vorm Bundeskanzler:innenamt aufknallen lassen wollten um weder uns noch den Kanzler oder die Polizei zu erschrecken, wurde die Rettungsinsel mit einem glücklicherweise spontan ausleihbaren Laubbläser bepustet.

    Nach Verbrauch allen Stroms befand sie sich in einem nur möglicherweise schwimmbaren Zustand, den Schlauchboote auf dem Mittelmeer erschreckend ähnlich. Ob jene Gaskartuschen bei Wasserkontakt die Gummischale tatsächlich zum Schwimmen befähigen, wissen wir nun genau so wenig, wie es fliehende Menschen vor Antritt ihrer viel zu oft tödlichen Reise über ihr Schwimmgefährt wissen. Zwölf Rettungswesten für eine Rettungsinsel, die für bis zu 60 Personen ausgelegt ist, ist wahrscheinlich auch eine realistische Quote.

    Forderungen

    Rettung verdient mehr Geld als Rüstung; eigentlich einfach menschlich. Sichere Fluchtwege, ein Bleiberecht für alle, egal vor welchem Krieg oder welchen anderen Krisen oder Katastro­phen sie fliehen, sollte mehr Geld wert sein als eine Überfinanzierung der Bundeswehr von der letztlich keine:r profitiert außer der Rüstungsindustrie, nicht mal die Ukraine.

    Der dortige Krieg dient zwar als Begründung für diesen enormen Geldbatzen für die auch noch marode Bundes­wehr doch auch Ukrainer:innen, Menschen aus Russland und Belarus oder anderen von diesem Krieg Betroffene würden von einem leichteren Asylverfahren, einem gesicherten Bleiberecht in Deutschland mehr profitieren als von gesamteuropäischer Aufrüstung. Fliehende, die über das Mittelmeer müssen, leiden unter Frontex und der sogenannten lybischen Küstenwache. Hier fließen die Milliarden hin.

    Auch die zivile Seenotrettung hat mit eben denen zu kämpfen. Wa­rum gibt es eigentlich nur „zivile“ Seenotrettung? Wie viele Milliarden bräuchte eine staatliche Seenotrettung, die wirklich rettet?

    Gespräche mit Passant*innen

    Den wenigen vorbeihastenden Passant:innen versuchen wir das zu erzählen. Wofür würden Sie 100 Milliarden ausgeben? Einige hören sich, auch wenn in Eile, gerne an wie diese 100 000 000 000 € besser investiert werden können, wie gruslig wenig Geld in Klimaschutz gesteckt wird, während das Militär solche Summen erhält. Ist doch die Klimakrise eigentlich in aller Munde, gerade im von „Klimaklebern“ aufgewühlten Berlin. Keine:r, der durch die Kälte, eisigen Wind und Schnee wirklich nicht zum stehenbleiben eingeladenen Passant:innen, würde unsere Forderung nach Seenotrettung kritisieren doch Kritik an Aufrüstung oder überhaupt der Bundeswehr geht einigen zu weit. Wie sollen wir uns denn gegen einen Angriff wehren? – Wir bieten auch Flyer zu sozialer Verteidigung an, vielleicht liest sie ja der eine oder die andere später im Warmen.

    Fight Friedensschwurbel

    Unsere Botschaft wird geteilt von der Naturfreundejugend Berlin und der antiverschwurbelten Aktion. Letztere bringt in ihrer Rede ein großes Problem der Friedensbewegung glänzend auf den Punkt: Zu viele Menschen aus der Friedensbewegung grenzen sich nicht nach rechts ab, teilen Meinungen von Verschwörungstheoretikern oder widersprechen diesen zumindest nicht. Das ist nicht gut für die Glaubwürdigkeit der Bewegung und nicht gut für die Werbung junger Menschen, besonders FLINTA*.

    Völlig durchgefroren packen wir nach ein paar Stunden die Insel und ihren Anhang ein, wärmen uns im Haus wieder auf, reflektieren die Aktion, das Wochenende, überlegen, wie es weiter gehen soll. Was machen wir als nächstes? Wie motivieren wir mehr junge Menschen mitzuma­chen? Kommt einfach – wir haben schon Pläne, die euch begeistern werden!

    Medienberichte

    Im Nachgang der Aktion gibt es einen Artikel in der Zeitung „Neues Deutschland“, einen Vi­deobeitrag von „laut-werden“, die große Nachrichtenagentur AFP war dabei. Neben dem eher mauen, aber eigentlich auch nicht erwarteten, Publikumsverkehr gibt es also ein schönes Medienecho und natürlich starke Bilder. Wir haben Menschen erreicht, manche denken sicher über unsere Forderung nach. Wir haben uns weiter vernetzt und motiviert, tragen diese Motivation und un­sere Forderungen in unsere verschiedenen Wohnorte, um zum nächsten Mal mehr zu werden.

    Clara Trommer, DFG-VK-Mitglied und unter 35 Jahre alt. Ursprünglich erschien der Text in der Zivilcourage in der Dezember-Ausgabe 2022.

    Berlin, 18. bis 20. November 2022

  • Sa. 12.11. 14h Banner malen für „Retten statt Rüsten!“

    Den diesjährigen Gründungstag der Franco A.-Armee feiern wir standesgemäß mit Banner malen im Bethanien. Motto ist „Retten statt Rüsten: 100 Mrd. für Seenotrettung und Klimaschutz!“ Die Banner sind für die gleichnahmige Kundgebung am 19.11. vor dem Kanzler*innenamt gedacht. Abtonfarbe, Pinsel, Beamer, Stoff, Getränke, Musik, gute Laune bringen wir mit: Komm vorbei (falls Du noch Bannerstoff hast, bring ihn gerne mit, kann man bei sowas nie genug haben).

    Was?
    Banner malen

    Wann?
    Samstag, 12. November ab 14h

    Wo?
    New York im Bethanien, Südflügel, 2. Stock (wir hängen Wegweiser auf…)

    Barrieren?
    Fettes Treppenhaus, kein Fahrstuhl, enge Klos…

    Wir sind nicht gerade die Sensibilisiertesten, bitte Entschuldige. Falls Du ein Anliegen hast, schreib uns bitte eine Mail und sag uns bitte gerne, was Du brauchst, wir versuchen, es möglich zu machen.

    Anmeldung?
    Ne, aber Du darfst: amab@riseup.net. Falls Corona unerwartet doch noch alles kaputt macht, ist das vielleicht sinnvoll.

    Kosten?
    Keine

  • Mo. 14.11.22: „Whaat? 100 Milliarden?“ Argumentationstraining gegen Aufrüstung

    Mit dem 100 Mrd. Sondervermögen findet eine in der Nachwendezeit beispiellose Aufrüstung statt. Deshalb veranstalten wir einen Online-Workshop zur Aufrüstung der Bundeswehr angesichts des aktuellen Kriegs in der Ukraine. Wir üben gemeinsam, zu erklären, warum eine Aufrüstung der Bundeswehr den Menschen in der Ukraine nichts bringt und werden gemeinsam sinnvolle Maßnahmen wie Offene Grenzen, Seenotrettung, Klimaschutz und Soziale Verteidigung erkunden. Außerdem üben wir, wie man beim Flyer verteilen Menschen anspricht und wie man sie auch wieder los wird, falls sie unangenehm sind.

    Wann?
    Montag, 14.11.2022 um 19h.

    Wo?
    Im Internet mit Zoom. Den Link gibt es nach der Anmeldung unter amab@riseup.net

    Muss ich an der Aktion „Retten statt Rüsten“ teilnehmen?
    Nein, die Veranstaltung ist zwar Teil unserer Vorbereitung auf das Aktionsworkshop-Wochenende „Retten statt Rüsten-100 Mrd. für Seenotrettung und Klimaschutz!“ in Berlin vom Freitag, den 18.11. bis Sonntag. An diesem Wochenende veranstalten wir zusammen mit dem U35-Netzwerk der DFG-VK ganz viele Workshops im Naturfreundehaus am Hermsdorfer Fließ und am Samstag, den 19.11. von 12-16h eine Kundgebung vor dem Kanzler*innenamt.

    Da wollen wir Flugblätter an Passant*innen verteilen und dafür ist dieser Workshop ein Vorbereitung. Du kannst aber na klar auch an diesem Online-Workshop teilnehmen, wenn Du gar nicht an der Aktion teilnimmst oder ganz woanders wohnst. Ein Argumentationstraining kann man schließlich immer mal brauchen.

    Anmeldung?
    Ja bitte: amab@riseup.net

    Material:
    Wenn Du ganz fleißig bist, könntest Du das hier schon mal vorher lesen:

    https://dfg-vk-darmstadt.de/Downloads/Sonstiges/Wozu-Buwe-neu-2016-web.pdf
    https://www.soziale-verteidigung.de/system/files/sv_einfuehrungsflyer-web.pdf
    https://www.soziale-verteidigung.de/artikel/ziviler-widerstand-gegen-krieg-ukraine

    Kosten?
    Keine.

    Dank freundlicher Unterstützung durch die Rosa-Luxemburg-Stiftung.

  • Sa. 19.11. Aktionsaufruf: Retten statt Rüsten – 100 Mrd für Klimaschutz und Seenotrettung

    Am Samstag, den 19.11.2022 wollen wir vor dem Kanzler*innenamt in Berlin mit einer Kundgebung demonstrieren. Wir fordern: „Retten statt Rüsten – 100 Mrd für Klimaschutz und Seenotrettung“. Um unseren Protest zu verdeutlichen, platzieren wir vor dem Regierungssitz ein irritierendes Bild: Eine gestrandete Rettungsinsel mit runtergerockten Rettungswesten drumherum. Dafür suchen wir noch Mitstreiter*innen.

    Falls Du oder deine Orga/ Freund*innen mitmachen wollen, melde Dich bitte bei grote@dfg-vk.de. Wir haben wöchentliche Koordinationstreffen im Internet, wo ihr mitplanen und gestalten könnt.

    Warum demonstrieren wir?
    Nach der Invasion der russischen Armee in die Ukraine machte die Bundesregierung 100 Milliarden Euro locker, um die Bundeswehr weiter aufzurüsten. Doch Aufrüstung in Deutschland hilft weder in der Ukraine noch anderswo. Stattdessen müssen wir eine solidarische Politikwende entwickeln. Deshalb fordern wir ein 100 Milliarden Euro Sofort-Investitionsprogramm in Klimaschutz und Seenotrettung.

    1. Soziale und gerechte Energiewende
    Statt alles daran zu setzen, dass der Krieg für Russland unfinanzierbar wird, hören wir das Argument gegen die Einstellung der Gaspipelines, dass dann „in Deutschland das Licht ausgehe“. Geschützt werden dadurch vor allem wirtschaftlichen Interessen der Industrie, die 60 % des nationalen Energiebedarfs ausmacht. Statt Milliarden Euro für eine rückschrittliche und klimaschädliche Energieversorgung in der Ostsee zu versenken, wären sie weit sinnvoller in den Ausbau nachhaltiger Energieversorgung investiert worden (und Ökosteuer könnten die Kraftwerksbetreiber*innen auch endlich mal zahlen).

    Wir wollen, dass mit dem leider bereits für die Bundeswehr bereitgestellten Sondervermögen die jetzt auftretenden sozialen Folgen des kurzfristigen Pipeline-Stopps für die Bevölkerung abgefedert werden. Denn mit Waffen kann man nicht heizen! Deshalb sollten wir mit dem bereits genehmigten Sondervermögen weitere Gasfirmen verstaatlichen und den Gaspreis mit Subventionen deckeln. Die jahrzehntelang verpassten Investiotionen dürfen nicht auf die Menschen abgewälzt werden, die es sowieso schon am schwersten haben

    2. Schluss mit dem Autokraten-Knuddeln!
    Die Bundesregierung verurteilt zwar diplomatisch den Krieg und nutzt die Verunsicherung in der Bevölkerung für massive Aufrüstungspläne, importiert aber weiterhin russisches Gas und hält Wirtschaftsbeziehungen aufrecht. Die Bundesregierung nimmt seit der russischen Annexion der Krim 2014 de facto hin, dass die russische Regierung völkerrechtswidrig einen Angriffskrieg gegen die Ukraine führt. Während Putin die Krim annektierte, die Ukraine militärisch bedrohte und einen Krieg angefangen hat, kauften wir weiter Gas.

    Ernsthafte Sanktionen gegenüber Russland und Investitionen in die Klimawende spätestens nach 2014 hätten diesen Krieg womöglich bereits verhindern und Putin drastische Druckmittel nehmen können.´Deswegen sind die Energiewende und Klimaschutz auch aus friedenspolitischer Perspektive so wichtig. Denn Deals mit Katar oder Aserbaidschan lehnen wir auf Grund deren Menschenrechtssituation und Umweltschädlichkeit von Gas genauso ab.

    3. Soziale Verteidigung
    Gerade die Ukraine zeigt uns, welche Kraft in zivilen Ungehorsam, Militanz und gewaltfreien Aufständen liegt. 2004 und 2014 jagte die Bevölkerung trotz Killerkommandos die Regierung zum Teufel. 2014 blockierten und demoralisierten Ukrainer*innen Regierungstruppen, die in den Bürgerkrieg zogen. Und auch jetzt verhindern ukrainische Bürger*innen mit Straßenblockaden, dass russische Panzer durch ihre Dörfer ziehen. Warum machen wir das nicht einfach nach?

    Das geht: Mit der „Sozialen Verteidigung“ gibt es seit Jahrzenten Konzepte und Forschungen, die Alternativen zur militärischen Aufrüstung aufzeigen. Kern einer sozialen Verteidigung ist es, soziale Strukturen gewaltfrei zu verteidigen, statt ein Territorium zu halten. Eine Besatzung und Ausbeutung des sozialen Kapitals im besetzten Gebiet soll möglichst teuer und anstrengend für die Besatzer*innen gemacht werden.

    Dafür schuf Ebert ein dreistufiges Konzept. Je nach politischer Situation können die Akteur*innen auf jeder Stufe viele verschiedenartige Formen sozialen Drucks ausüben (Protest, Legale Nichtzusammenarbeit, Ziviler Ungehorsam). (Flug)hafen-Arbeiter*innen und Eisenbahnarbeiter*innen in Italien, Griechenland und Belarus haben mit ihren Auslieferungsweigerungen oder Schienensabotagen vorgemacht, wie wichtig der lokale Widerstand sein kann. Statt Waffen für die Bundeswehr zu kaufen, sollten wir uns solche Techniken der Sozialen Verteidigung aneignen.

    4. Offene Grenzen und Unterstützung von Geflüchteten
    Klar: Das Einüben einer sozialen Verteidigung und der Ausbau erneuerbarer Energiequellen braucht Zeit. Die Unterstützung flüchtender Menschen kann dagegen sofort erfolgen. Denn Menschen eine einfache Möglichkeit zum Fliehen und Aufbau eines neuen Lebens zu bieten hilft Opfer bewaffneter Konflikte zu vermeiden.

    Dafür müssen sichere Fluchtwege, Seenotrettung, realistische Einreise- und Aufenthaltsmöglichkeiten gewährleistet werden. Denn alle Menschen, die vor Krieg, wirtschaftlicher Not und den Folgen des Klimawandels fliehen, brauchen Schutz. Wir sprechen uns strikt gegen rassistische Entrechtungen von Menschen aus, egal welcher Nationalität. Die Unterstützung der Geflüchteten aus der Ukraine zeigt, dass menschlicher Umgang miteinander möglich ist, wenn nur der politische Wille da ist.

    Übringens:
    Wir glauben nicht, mögliche neue Partner bei den als „corona-kritische Grundrechtebewegung“ verharmlosten antisemistischen Verschwörungswahngläubigen und ihren Mitläufer*innen zu finden. Falls Du glaubst, dass Russland unschuldig und sich die Friedensbewegung nicht von Nazis, Rassist*innen, Antisemit*innen, Sexist*innen, Corona-Leugner*innen, AfD usw. abgrenzen müsse, bleib Zuhause!

    Amtimilitaristische Aktion Berlin (amab)
    U35-Netzwerk in der DFG-VK
    (Name deiner Gruppe, falls ihr mitmacht)

  • Vorbereitungstreffen Aktionswochenende

    Wann:jeden Dienstag bis zur Aktion um 18 Uhr
    25. Oktober
    1. November
    8. November
    15. November
    Ort:Online auf Jitsi. Link beim Button
    Wer kann alles kommen?Jede und jeder Aktivisti (unabhängig einer Mitgliedschaft in der DFG-VK oder irgend einer anderen Organisation)
    Hauptsache ihr seid für „Retten statt Rüsten!“ 😉

    Wir haben schon einige Programmpunkte und Organisationsideen fürs Aktionswochenende vom 18. bis 20. November (support aber immer willkommen). Vieles ist allerdings noch komplett offen und veränderbar und einiges muss noch besprochen werden – aka ihr habt noch gut Möglichkeiten mitzusprechen und -gestalten. Ob das ein cooler und kreativer Protest wird liegt mit an euch! Wenn ihr noch was anbieten oder einbringen wollt: Gerne. Wir haben extra dafür einen freien Workshopraum und Materialien. Außerdem werden wir das Programm des Wochenendes laufend aktualisieren, damit eure Ideen darin Platz finden können.

    Unser bisheriges vorläufiges Programm gibts >hier< (Jederzeit durch Ideen von euch ergänzbar)

    Um alles noch offene zu besprechen und weiterzuorganisieren treffen wir uns jede Woche Dienstags bis zum Aktionswochenende auf Jitsi, da es einfach ohne irgendwelche extra Dinge wie Account oder Software herunterladen im Browser funktioniert. Probiers doch einfach mal aus durch Drücken auf den Button rechts 😉

  • 18. – 20.11.2022 Aktions-Workshop-Wochenende „Retten statt Rüsten!“

    Der russische Angriffskrieg in der Ukraine läuft immer noch und zeigt dabei die Mängel der fehlenden Investitionen in nachhaltige Energiegewinnungsmethoden auf. Zeitgleich gibt es immer noch keine sicheren Fluchtwege übers Mittelmeer wobei sich parallel, u.a. durch den Krieg verschärft, die Lebensmittelsituation in vielen Ländern der Welt verschlimmert und dadurch mehr und mehr Menschen diesen sicheren Weg nach Europa dringend benötigen würden.

    Und was macht die Bundesregierung? Statt sich diesen Problemen vermehrt anzunehmen investiert sie lieber 100 Milliarden in die Aufrüstung des Militärs.
    Gelder, die im Klimaschutz und bei Flüchtlings- und Seenotrettungrettungsorganisationen dringend benötigt und deutlich besser angebracht wären.

    Das Resultat: Laut UNO über 938 Tote im Mittelmeer zwischen Januar und August allein diesen Jahres. Das kann so nicht weiter gehen finden wir!

    Deshalb geht’s mit einer Rettungsinsel am 19. November (Samstag) vors Kanzler*innenamt. Wir fordern: „Retten statt Rüsten – 100 Mrd für Seenotrettung und Klimaschutz!“.

    Um dies möglichst vielen zu ermöglichen machen wir direkt ein Wochenende daraus bei dem ihr gerne teilnehmen könnt und bei dem wir durch interaktive Workshops voneinander lernen wollen.
    Die Hütte ist das Tagungshaus der Naturfreunde im Norden von Berlin und dank Sponsoring ist die Übernachtung und Verpflegung kostenlos für alle – also kommt rum! 🙂

    Auf dem Wochenende wollen wir mit euch hierarchiearm und auf Augenhöhe die Aktion vorm Kanzler*innenamt organisieren und durchführen. Bringt euch ein, beteiligt euch!
    Zur Vorbereitung gibt es ab sofort wöchentliche Treffen im Internet zu denen man als Einzelperson oder Gruppe noch jederzeit gut dazustoßen kann. Kommt dazu!

    Wir haben schon einige Programmpunkte und Organisationsideen, für die wir noch Unterstützung suchen. Vieles ist allerdings noch komplett offen und veränderbar und einiges muss noch besprochen werden – aka ihr habt noch gut Möglichkeiten mitzusprechen und -gestalten. Ob das ein cooler und kreativer Protest wird liegt mit an euch! Wenn ihr noch was anbieten oder einbringen wollt: Gerne. Wir haben extra dafür einen freien Workshopraum und Materialien. Außerdem werden wir das Programm des Wochenendes laufend aktualisieren, damit eure Ideen darin Platz finden können.

    Unser bisheriges vorläufiges Programm gibts >hier< (Jederzeit durch Ideen von euch ergänzbar)

    Wann?

    Freitag, 18. November bis Sonntag, 20. November. Team Berlin wirbelt da ab 11 Uhr rum, es wäre schön, wenn Du/ Ihr bis 17 Uhr da sein könntet.

    Wo?

    Naturfreundehaus Hermsdorfer Fließtal

    Seebadstr. 27

    13467 Berlin

    https://www.naturfreunde.de/haus/naturfreundehaus-hermsdorfer-fliesstal

    Was?

    Unser Forderungspapier „Retten statt Rüsten“:
    https://antimil-aktionsnetzwerk.site36.net/sa-19-11-aktionsaufruf-retten-statt-ruesten-100-mrd-fuer-klimaschutz-und-seenotrettung/

    Wer?

    U35-Netzwerk der DFG-VK

    Antimilitaristische Aktion Berlin (amab)

    (Du und deine Gang falls ihr mitmachen wollt)

    Kosten?

    Keine. 

    Anmeldung?

    Ja bitte – wäre cool as soon as possible:

    Fehler: Kontaktformular wurde nicht gefunden.

  • Vorläufiges Programm Aktionswochenende

    Freitag, 18.11.2022:
    – 10 bis 13:30 Uhr: Paar von uns machen Lebensmitteleinkauf- und Equipmentholaktion (Rettungsinsel, Rettungswesten, Kompressor, …). Wer hier schon helfen will gerne melden.
    – 14 Uhr: Ankunft der ersten Aktivist, der Lebensmittel und des Equipments in der Hütte, provisorische Willkommensrunde und vor allem: Aufbauen der Aktion üben.
    – 16 Uhr: Alle da, willkommen, Gebäude-Führung, Awareness-Ansage, Schlafplatz-Absprache, Vorstellung Zeitplan, Stand der Dinge
    – 17-19 Uhr: Know-how-Sharing-Workshops: Argumentationstraining 100 Mrd., …
    – 19 Uhr: Essen
    – 20-21.30 Uhr: Aktionsfotografie und Pressearbeit

    Samstag, 19.11.2022:
    – 9:30 Uhr: Letzte Absprachen
    – 11 Uhr: Aufbruch
    – 12 Uhr: Aufbauen Kanzler*innenamt
    – 13 Uhr: Aktion
    – 13:30 Uhr: einzelne machen Pressearbeit
    – 15 Uhr: einpacken
    – 17 Uhr: Treffen wieder im Haus
    – 18 Uhr: Essen, Nachbesprechung und gemeinsam Abend ausklingen lassen

    Sonntag, 20.11.2022:
    – 11-13 Uhr: Auswertung
    – 13 Uhr: Aufräumen
    – 14 Uhr: Abflug nach Haus

  • 2022 Future Without War

    Die War Resisters International feiern im schönen Utrecht, Niederlande, ihren 101. Geburtstag (während dem 100. war Corona) – und da durften wir natürlich nicht fehlen 😉

    Das Programm beschäftigte sich unter dem Titel „Not our war“ mit dem Antimilitarismus in Belarus, Russland und der Ukraine und so vernetzten wir uns nicht nur mit Aktivisti aus Deutschland und den Niederlanden, sondern vor allem mit Aktivisti aus der Ukraine, Russland und Belarus, tauschten uns aus und brainstormten mögliche neue Kooperationen.

    Dabei war die Kriegsdienstverweigerung und die Strafen und Repressionen die den Personen, die sich dies in den drei Ländern trauen, vor allem Thema und so beschäftigte sich unser Brainstorming vor allem damit wie wir in Ländern wie Deutschland und auf EU-Ebene aktivistisch aktiv werden können um solchen, die nicht ihr Leben riskieren und andere töten wollen, Visas und Asyl zu besorgen.

    Da Utrecht eine mega schöne Stadt ist – Autos gibt es hier in der Innenstadt quasi gar nicht, dafür ganz ganz viele Fahrräder – durften natürlich mehrere Sightseeingtouren nicht fehlen und ein Youth Meeting zu welchem wir alle jungen Aktiven der War Resisters International in einen Burgerladen (natürlich mit veganen Burgern auch) eingeladen haben stand auch auf unserer Tagesordnung. An sich ein gelunges Wochenende also 😀

    Utrecht, 9. bis 11. September 2022

  • 2022 U35-Vernetzungstreffen in Stuttgart

    Beim Sommer-Vernetzungstreffen wollten wir unseren Horizont auf Konflikte erweitern, die sonst leider kaum Aufmerksamkeit in der deutschen Friedensbewegung bekommen, da es sich um lokale Konflikte in afrikanischen, südamerikanischen oder asiatischen Ländern handelt.

    Um dieses Thema über das ganze Wochenende im Gespräch zu haben starteten wir Freitags direkt mit einem passenden Übersichtsvortrag. Mit „Grenzregime und Aufrüstung in Nordafrika und im Sahel“ brachte Pablo von der Informationsstelle Militarisierung (IMI) uns einen dieser Konflikte und die europäische Außenpolitik dahingehend interaktiv auf Karten und mit vielen Bildern und Grafiken näher.

    Samstagmorgen wies uns der Historiker Thomas Tews beim Workshop “Von der deutschen Friedensbewegung übersehene Konflikte in Afrika” auf diverse bewaffnete Konflikte in afrikanischen Ländern als auch die Gründe für die Entstehung dieser hin.

    Am Tag darauf (Samstag) hatten wir Gelegenheit das dadurch gelernte Wissen direkt im Workshop „Kampagnenplanung“ in kleineren Gruppen anzuwenden. Neben verschiedenen Konzepten der Kampagnenplanung zu erlernen bekahmen wir nämlich die praktische Aufgabe mit diesen Kampagnenplanungskonzepten mögliche zukünftige Kampagnen, unter anderem zum Thema des Vorabends und Morgens, zu entwickeln.

    Um auch bisschen mehr von Stuttgart als den Hauptbahnhof (bzw. das große Loch von Stuttgart 21 😉 ) und das Haus in dem wir übernachteten zu sehen verbrachten wir den Nachmittag mit einem Stadtrundgang. Bei diesem lernten wir an diversen Stellen einerseits über die antimilitaristische Geschichte Stuttgarts als auch andererseits noch über die heutig bestehende Präsenz des Militärs und seinen unterstützenden wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturen.
    Danach gings zurück ins Haus, wo wir uns gemeinsam bei der warmen Vokü/ Küfa (Essen zum Solipreis von Aktivisti für Aktivisti aus der Gegend) lokal weiter vernetzten.

    Da viele von uns jungen Aktivisti in der Friedensbewegung die Erfahrung gemacht haben das sich in dieser einiges tun muss, um diese attraktiver für uns junge Aktivisti aufzubauen, schlossen wir unser Wochenende am Sonntag mit einem Brainstorming zum Thema „Forderungen der Jungen an die Friedensbewegung“ ab.
    Dieses Konzept wollen wir bei den nächsten Wochenenden noch weiter ausbauen und dann mit möglichst vielen diversen Forderungen veröffentlichen, um die Friedensbewegung mehr für Themen wie Antisexismus, Geschlechtervielfalt, Nachhaltigkeit und Antirassismus zu sensibilisieren und somit für die Zukunft offener und konsequent antidiskriminierend aufzustellen.

    Stuttgart, 26. bis 28. August 2022