
Dich und Deine Gang stört Bundeswehr-Werbung? Du hast Adbusting schon mal ausprobiert oder möchtest es lernen? Herzlich willkommen beim Skillshare „Bundeswehr-Werbung busten“ des Antimilitaristischen Aktionsnetzwerkes (a2n) vom Freitag, den 4. Dezember bis Sonntag, den 6. Dezember 2026. Hier gibt’s jetzt das vorläufige Programm. Du willst mitmachen? Schreib uns bitte an antimil_aktionsnetzwerk@riseup.net

Was ist Adbusting?
Adbusting? Davor gruseln sich die Bundis landauf landab. Denn wenn Leute einfach die Werbeposter der Bundeswehr mit Farbe, Papier, Schere und Kleister bis zur Kenntlichkeit entstellen, bleibt vom Image des sicheren, actiongeladenen, guten Arbeitsplatzes nicht viel übrig. Stattdessen dominieren die veränderten Poster dann Themen wie Tod, Mord, Befehl, Gehorsam und Sexismus.

Skillshare?
Dieses Adbusting wollen wir üben. In Berlin am Skillshare-Wochenende in Theorie und dann praktisch mit einer echten Aktion in der Woche danach rund um den 10. Dezember. Das ist der Internationale Tag der Menschenrechte. Dieses Datum wollen wir nutzen, um in allen Städten, aus denen ihr zum Skillshare kommt, mit selbst gebastelten Plakaten für Asyl für Kriegsdienstverweiger*innen zu werben. Dazu haben wir mit Farbe und Papier selber Plakate erstellt. Diese sind grün wie Notausgangsschilder. Sie haben auch die typische weiße Tür, den Pfeil und das menschliche Piktogramm. Doch das Piktogramm hat einen Stahlhelm und ein Gewehr vor dem Notausgang fallen gelassen. Dazu steht auf dem Poster weiß auf Grün der Slogan „War Resisters Welcome!“ Mehr dazu: https://antimil-aktionsnetzwerk.site36.net/2026/10/25/war-resisters-welcome-mitmachen-bei-adbusting-aktion/
Gibt Adbusting nicht Ärger?
Doch, Adbusting gibt Ärger. Es hat sich in den letzten zehn Jahren dank wehrhafter Soli-Arbeit zwar einiges getan. Damals beschäfftigte sich das Terrorabwehrzentrum GETZ vier Mal mit Adbusting, der Bundesverfassungsschutz warnte in seinem jährlichen Bericht für 2018 vor Adbusting als Gefahr für die Republik und die Berliner Cops traten 2017 und 2018 verzweifelt allem und jedem, den sie mit Adbusting in Verbindung bringen konnten, die Tür ein. Das hat sich geändert: Das Bundesverfassungsgericht erklärte 2023 Hausdurchsuchungen wegen Adbusting für illegal. In Berlin werden Verfahren wegen Adbusting seit 2020 eingestellt, wenn beim Aufhängen eigener selbst produzierter Plakate nichts geklaut oder kaputt gemacht wurde. Das Ordnungsamt Tübingen versuchte es 2025 erfolglos mit der Behauptung einer Ordnungswidrigkeit. In Schwerin gab es 2026 sogar einen Freispruch.

Oldenburg?
Doch In Oldenburg ging die Staatsanwaltschaft gerade mit einer Hausdurchsuchung gegen selbst gedruckte Adbustings vor. Auf Urteile aus Karlsruhe scheißen sei dort „übliches Vorgehen“, sagt die Staatsanwaltschaft.

Gute Chancen
Wir denken, dass man angesichts der juristischen Lage auch in Oldenburg gute Chancen hat, aus Ärger wieder rauszukommen, wenn wir uns anschließend gemeinsam kollektiv angemessen gegen Repression wehren. Aber klar: Erfolgreicher Protest führt im demokratischen Rechtstaat erstmal zu Repression und viel Arbeit; das muss allen klar sein, die sich auf diese Weise politisch engagieren. Bitte beachtet den im Programm dazu für Samstag, den 5.12.2026, vorgesehenen Talk zu Solidarität.
Mitmachen?
Ihr seid gefragt: Macht mit, bringt euch ein! Das ist eine selbstorganisierte Veranstaltung. Auch den Rest wollen wir gerne DIY durchziehen: Aufräumen, Essen machen, Kinderbetreuung, Awareness, usw. Auch hier könnt ihr und eure Gruppen euch einbringen. Deshalb machen wir am Anfang eine Liste mit verschiedenen Aufgaben, wie kochen, abwaschen, putzen, in der sich alle eintragen können. Dann ist die Repro-Arbeit auf viele Schultern verteilt.
Geld?
Dank der DFG-VK Berlin-Brandenburg können wir ein Tagungshaus mieten und Verpflegung für alle kaufen. Wir freuen uns über Spenden.
Bitte tragt eure Fahrtkosten selber. Falls das nicht geht, schreibt bitte eine Mail an antimil_aktionsnetzwerk@riseup.net. Bitte macht das wirklich, wenn ihr ansonsten nicht teilnehmen könnt. Die Asche treiben wir auch noch auf und wir behandeln das diskret vor den anderen Teilis.
Wann und Wo?
Bitte seid wenn möglich um 17h am Veranstaltungsort. Dieser ist etwa einen Stunde vom Hauptbahnhof entfernt. Wo ihr genau hin müsst, schreiben wir euch nach eurer Anmeldung bei antimil_aktionsnetzwerk@riseup.net
Mitbringen?
Bettdeckenbezug, Kissenbezug, Bettlaken. Bitte keine Schlafsäcke (mag das Tagungshaus nicht, weil sie befürchten, dass Bettwanzen eingeschleppt werden). Es ist ein echtes Tagungshaus mit echten Betten. Warme Klamotten; Berlin ist kalt im Dezember. Und Regensachen. Wir gehen auch mal raus vor die Tür.

Programm
Freitag, 4.12.2026
17h Awareness-Workshop
In diesem Workshop verständigen wir uns auf ein gemeinsames Miteinander und erklären wichtige Begriffe der Awarenessarbeit. So viel Vorweg: Wir erwarten einen respektvollen Umgang von allen Teilnehmenden; wir respektieren die Definitionsmacht von Betroffenen. Außerdem appelieren wir an unsere Eigenverantwortung. Antisemitismus, Rassismus, Sexismus und andere Diskriminierungsformen haben keine Platz auf dieser Veranstaltung. Wer beim Thema Awareness frech wird, fliegt raus.
18.30h Abendessen
19.30 Vorschlag: Übe-Aktion zu Asyl für Kriegsdienstverweigerer*innen
Donnerstag, der 10.12. ist der Tag der Menschenrechte. An diesem Tag wollen wir mit einer bundesweiten Adbusting-Aktion auf die Menschenrechte auf Asyl und Kriegsdienstverweigerung hinweisen. Wir haben dazu selber Poster gebastelt. Diese sind grün wie Notausgangsschilder. Sie haben auch die typische weiße Tür, den Pfeil und das menschliche Piktogramm. Doch das Piktogramm hat einen Stahlhelm und ein Gewehr vor dem Notausgang fallen gelassen. Dazu steht auf dem Poster weiß auf Grün der Slogan „War Resisters Welcome!“ Die könnt ihr mitnehmen und bei euch in der Stadt mit euer Gang selber illegal ungefragt in Werbevitrinen im öffentlichen Raum platzieren. Wie das wahr werden kann, erfahrt ihr hier.
20.00 Lernwerkstatt Asyl und Kriegsdienstverweigerung
Wir machen eine Lernwerkstatt zu Asyl und Kriegsdienstverweigerung. In Kleingruppen arbeitet ihr Material zu den Themen Flucht, Asyl, Kriegsdienstverweigerung, Adbusting und Aktionsfotografie durch. Das ist die inhaltliche Vorbereitung auf die Aktion am 10.12.
Samstag, 5.12.2026
8.30 Frühstück (ja ist früh, wissen wir).
9h Morgenrunde
9:30h Aktionsvorbereitung Grüne Poster
Am Donnerstag, den 10.12. ist Tag der Menschenrechte, und wir wollen euch einladen, in euren Städten die erwähnten grünen Notausgangsposter aufzuhängen. Dafür besprechen wir, wie sowas laufen kann, wie man das organisiert, wie man Tandems festlegt und Wege überlegt. Wir reden auch über Ängste und so.
11h Pressemitteilung zur gemeinsamen Aktion „Grüne Poster“ vorstellen
14h Mittag essen
16h
Bedürfnis-Runde und Zwischenfeedback:
Wie wars bisher?
17-19h Workshop: Argumente für Abrüstung? Trotz Russland?
Wie macht man gewaltfrei und ohne Aufrüstung Druck auf z. B. Putins Regime, um den Krieg in der Ukraine zu beenden und keine weiteren Länder anzugreifen? Was ist Soziale Verteidigung? Welche Chancen bieten Sanktionen? Warum kaufen wir noch russisches Gas statt erneuerbare Energien auszubauchen? Warum unterstützen wir nicht Kriegsdienstgegner*innen mit offenen Grenzen? Warum kooperieren wir nicht mit der Opposition? Warum ist in der Friedensbewegung das Teilen von Fake News so beliebt, statt zu diesen Themen kohärente Positionen zu entwickeln?
17-19h Workshop: Antimilitarismus und Israel?
Angesichts des Krieges in Gaza und der Besatzung der Westbank finden antisemitische Positionen in der Friedensbewegung immer mehr Anklang. Wie kann ein praktischer Antimilitarismus aussehen, der Antisemitismus und reale politische Begebenheiten und Bedrohungen für Jüdinnen und Israelis im Nahen Osten nicht ausblendet? Und wie bekommt das eine emanzipatorische Perspektive?
19h Abendessen, warm
vegane Maultaschen, Salat
20.30- 21.30: How to Pressearbeit?
Linke und Medienarbeit? Das ist ein komplexes Thema. Protest wie Adbusting funktioniert als gesellschaftlich wirksames Kampfmittel vor allem auf diskursiver Ebene. Deswegen sind wir in hohem Maße auf die mediale Vermittlung unserer Aktionen angewiesen. Doch in der Breite der Bewegung ist nicht besonders viel Know-How verhanden, wenn’s praktisch wird. Deswegen wollen wir hier deutlich machen, wie wichtig Medienarbeit für erfolgreiche Adbusting-Aktionen und Antirep-Arbeit ist.
20h: Gesprächskreise: How to Solidarität?
Leider besteht der Umgang mit Repression in linker Szene viel zu oft statt in Politik machen in Handlungsunfähigkeit. Betroffene suchen vor allem Halt und Unterstützung in der Gruppe. Viel zu oft guckt die Gruppe dann genauso verunsichert zurück, statt Halt und politische Orientierung zu geben. Der Leitsatz, sich kollektiv an den Interessen der Betroffenen zu orientieren, verkommt viel zu oft zur Ausrede fürs Nichtstun. In der Hoffnung, das zu ändern, möchten wir darüber reden, wie das große viel zu häufig leere Wort „Solidarität“ bereits mit kleinen Handlungen praktischen Gehalt bekommen kann. Wir freuen uns über eure Erfahrungsberichte und gemeinsame learnings.
Sonntag, 6.12.2026:
8.30 Frühstück
9h Morgenrunde und Auswertung Aktionsplanung
11h-13h Lernwerkstatt Argumente gegen die Bundeswehr
Mit folgenden Stationen:
– Argumente für die BW entkräften
– Argumente gegen die BW
– Gewaltfreie Kampfmittel als Alternative zur Aufrüstung
– BW-Werbung als Hebel
13h Auswertung/Perspektiven
14h Reste essen
Aufräumen
16h alles fertig
Barrieren?
Das Tagungshaus ist mit der Tram und zu Fuß erreichbar.
Das Portal hat vier Stufen. Danach gibt es einen Fahrstuhl. Rampe bauen ist möglich.
Es gibt einen behindertengerechten Nassraum.
Es wird auf jeden Fall All-Gender-und FLINTA-Toiletten geben. Es gibt einzelne Toilettenräume und Räume mit mehreren Kabinen
Die Sprache ist größtenteils Deutsch. Weil sich bei uns größtenteils Bildungsbürger*innentumskinder treffen, ist eine Englisch-Übersetzung möglich
Wir schlafen zu sechst und zu acht in Zimmern mit Hochbetten. Es gibt ein Flinta-Zimmer.
Wir möchten gerne versuchen, Barrieren, an die wir nicht gedacht haben, aus dem Weg zu räumen. Bitte schreibt uns gerne und wir versuchen eine Lösung zu finden.

Awareness:
Uns ist wichtig, möglichst diskriminierungsfrei miteinander umzugehen und keine Unterdrückungs-Verhältnisse wie Rassismus, Sexismus und Antisemitismus zu tolerieren!
Wir verstehen Awareness als kollektive Verantwortung und möchten Räume gemeinsam sicherer gestalten. Auf dem Wochende wird es kein professionelles Awarenessteam geben.
Wir werden am Anfang des Wochenendes den Raum öffnen, um über Awareness und über Bedürfnisse und Grenzen zureden.
Außerdem gibt’s eine anonyme Awareness-Beschwerde-Box und bei Vorwürfen von Übergriffen stehen wir konsequent an der Seite der betroffenen Person.
Über Fehler möchten wir gemeinsam reflektieren und lernen, denn niemand von uns ist perfekt und Fehler passieren.
Damit sich das für alle sicher anfühlt, braucht es klare Grenzen.
Wer vorsätzlich diskriminiert oder bewusst Grenzen verletzt, ist bei uns nicht willkommen und fliegt raus.
Falls es Fragen oder Wünsche im vorhinein gibt, schreibt uns gerne.
Awarenessmäßig hat die Antimilitaristische Aktion Berlin (amab), die legendäre Keimzelle des Antimilitaristischen Aktionsnetzwerks (A2N) für ein früheres Wochenende ein Awarenesskonzept erstellt das ihr hier findet: >Link<
Mehr Infos:
Aufruf: Adbusting-Aktion „War Resisters Wellcome!“ zum Tag der Menschenrechte:
https://antimil-aktionsnetzwerk.site36.net/2026/10/25/war-resisters-welcome-mitmachen-bei-adbusting-aktion/
Was ist das Antimilitaristische Aktionsnetzwerk (a2n)?
https://antimil-aktionsnetzwerk.site36.net/2026/02/21/wir-sind-dann-mal-weg-warum-das-jugendnetzwerk-aus-der-friedensorganisation-dfg-vk-desertiert/
Awareness
