
In Barcelona findet Ende November der Welt-Kongress der Organisation „War Resisters International“ statt. Da wollen wir hin! Deswegen fahren wir am Mittwoch, den 26. November 2025 mit dem Zug über Paris nach Barcelona. Zurück geht es eine Woche später am Mittwoch, den 3. Dezember mit dem Nachtzug. Zum Programm tragen wir ein Internationales Jugendforum und Workshops zu kreativen Aktionen gegen Militär-Werbung bei.
Programm?
Am Donnerstag, den 27.11. geht der Kongress los. Die WRI plant bisher folgendes:
Thursday 27th – Public event
(hier planen wir unser Jugendforum)
Daytime – workshops
Evening – plenary speakers
Friday 28th – Public event
Daytime – workshops (hier planen wir unseren Workshop zu Adbusting mit Militärwerbung)
Evening – plenary speakers
Saturday 29th
Strategy meetings on climate/CO issues
Warum ein Internationales Jugendforum?
Aktuell gibt es unseres Wissens nach kaum Angebote mehr für jüngere Friedensaktivisti sich international über ihre lokalen Probleme im Friedensthema, ihre Methodik und Arbeitsweise auszutauschen. Daher wollen wir jetzt den WRI-Kongress als Anlass und Grundlage nehmen um die Vernetzung von jungen Friedensaktivist auf internationaler Ebene wieder aufzubauen: Wir haben der WRI ein Internationales Jugendforum im Rahmen des Programms des Kongresses der WRI am Donnerstag, den 27. November vorgeschlagen.
Ziel des Internationalen Jugendforums soll neben dem Informationsgewinn durch den Austausch und die Vernetzung auch sein eine Plattform zu bieten um unter jungen Friedensaktivisten internationale Kooperationsprojekte für die Zukunft zu diversen Friedensthemen zu planen. In diesem Rahmen möchten wir auch auf die Kampagne „Countering the Militarisation of Youth“ hinweisen und sie hoffentlich wiederbeleben.
Ins Zentrum des etwa zweistündigen Jugendforums stellen wir deshalb die Vernetzung untereinander. Recht viel Zeit und Raum möchten wir dem gegenseitigem Kennenlernen widmen. Dabei soll es vor allem darum gehen, in Murmelrunden die eigene Friedensgruppe und die eigene politische Arbeit vorzustellen. Damit wollen wir Quervernetzungen zwischen den Menschen schaffen und Kooperationen anstoßen.
Den Tag ausklingen lassen wollen auf der Montjuïc´Burg auf dem Berg in Barcelona. Dort wollen wir dann gemeinsam bei netten Gesprächen am Abend den Sonnenuntergang mit dem Blick auf Barcelona und das Meer genießen.
Workshops zu „Adbusting“
Für Freitag, den 28. November haben wir außerdem der WRI Workshops zu Kreativen Protest gegen Militärwerbung angeboten:
Workshop Adbusting 1: Militärwerbung angreifen mit minimalinvasiven Vandalismus
Werbung des Militärs im öffentlichen Raum wird immer selbstverständlicher. Der Kampf gegen die millionenschweren Werbeetats der Militärs erscheint aussichtslos. Doch gerade die Werbung im öffentlichen Raum ist angreifbar. Denn kaum jemand mag Werbung und die vielen Werbeanlagen lassen sich unmöglich alle bewachen. Hier setzt die antimilitaristische gewaltfreie Kommunikations-Guerilla mit Adbusting-Aktionen an. Werbeplakate lassen sich entwenden, bemalen, bekleben, um die Botschaft bis zur Kenntlichkeit zu entstellen.
Und diese Nadelstiche zeigen sogar Wirkung: Ausgerechnet die deutsche Hauptstadt Berlin ist von Werbung der Bundeswehr deutlich weniger betroffen als andere Städte. Das deutsche Militär meidet seit 2022 sogar die Hauptstadt als Austragungsort des „Tages der Bundeswehr“. Die Polizei Berlins verzichtet wegen Adbustings seit 2021 auf Werbung im Nahverkehr mit Citylight-Plakaten. Und der Lebensmittel-Konzern Unilever zog sich 2024 nach europaweiten Adbustings aus Russland zurück. Deshalb ergründen wir gemeinsam in diesem Workshop die Möglichkeiten und Grenzen der Aktionsform Adbusting.
Workshop Adbusting 2: Antimilitaristische Plakate selbst gestalten J
Jetzt wird es praktisch. Wir bringen antimilitaristische Botschaften in den öffentlichen Raum. Wir gestalten Plakate für Werbevitrinen mit Kleber, Schere, Farbe und Papier. Wir zeigen verschiedene Gestaltungstechniken für verschiedene Effekte. Und dann machen wir mit unseren Poster ein sogenanntes „Cover-up“. Das heißt, wir kapern Werbevitrinen ohne sie zu öffnen. Das erregt Aufmerksamkeit im öffentlichen Raum und lässt sich toll fotografieren; ist aber vermutlich nicht strafbar. Denn wir wollen in einer Stadt, die den meisten Teilnehmenden fremd ist, niemanden unnötig gefährden. Zwischen dem Basteln und dem Aufhängen machen wir außerdem eine lange Pause. So können sich alle, die möchten, einem eventuellen Gruppenzwang elegant entziehen.
Was ist War Resisters International?
War Resisters International (WRI) ist eine Organisation mit Mitgliedsorganisationen in ca. dreißig Ländern. Die WRI wurde 1921 gegründet. In Deutschland sind die DFG-VK, Connection e. V. und die Internationale der Kriegsdienstgegner*innen (IdK) Mitglieder in der WRI. Von der WRI stammt das Symbol des zerbrochenen Gewehres und der Satz mit den Kriegsursachen in der Satzung der DFG-VK: „Krieg ist ein Verbrechen gegen die Menschheit. Deshalb sind wir entschlossen, keine Art von Krieg zu unterstützen und die Beseitigung aller Kriegsursachen anzustreben.“
Schlanke Organisation
Das Büro der WRI ist in London, die Organisation hat lediglich drei Angestellte und einen Etat von etwa 100.000 Euro im Jahr (das ist sehr schlank für eine internationale NGO; allein die DFG-VK hat ca. 400.000 Euro pro Jahr). Relativ wichtig bei WRI sind Quäker*innen, dieser christlichen Religion nahe stehende Organisationen und eher dem Anarchismus nahestehende Gruppen.
Relevanz?
Die WRI lebt vor allem von den Aktivitäten der Mitgliedsorganisationen und vernetzt diese. Sie sorgt mit Publikationen und Austausch bei Kongressen vor allem international für Know-How-Transfer untereinander in der Friedensbewegung. Das betrifft sehr stark das Wissen um das Organisieren von gewaltfreien Kampagnen. Diese taucht an unterschiedlichsten Stellen meist ohne direkten WRI-Kontext bei Protesten zum Thema Frieden, Umweltschutz oder Klimawandel wieder auf.
Eigene politische Relevanz hat die WRI vor allem beim Thema Kriegsdienstverweigerung. Hier ist die WRI ein wirksamer Hebel, um im Herzen des kapitalistischen Zentrums auf die Situation von Kriegsdienstsverweigererinnen aus der Peripherie aufmerksam zu machen. Das ist in Zeiten wie diesen so wichtig wie lange nicht.
Erfahrungsberichte?
Einige von uns waren 2022 beim 101. Geburtstag der WRI in Utrecht. Und in London beim WRI-Kongress im Jahr 2023. Die Erfahrungen der Genossinnen waren unterm Strich recht positiv: Die WRI ist etwas weniger kartoffelig als die Friedensbewegung in Deutschland.
Auch die Dichte an Alpha-Männchen, bei denen Ego und Kompetenzen leider in einem antiproportionalen Verhältnis zueinander stehen, ist bei der WRI etwas geringer. Dementsprechend gibt es im Gegensatz zur Friedensbewegung in Deutschland dort durchaus die Möglichkeit, über Rassismus und Sexismus angemessen zu sprechen.
Negativ fielen hier leider 2023 in erster Linie ältere Mitglieder aus unserem Verband, der DFG-VK, auf. Wie der Rest der Friedensbewegung hat auch die WRI so ihre Probleme damit, beim Anstreben der Beseitigung der Kriegsursachen auch den Antisemitismus in den Blick zu nehmen. Ausführlich könnt ihr die Eindrücke und Erfahrungen der Genossinnen hier lesen:
WRI London 2023
https://amab.noblogs.org/2023/06/24/wir-in-london-bei-der-wri-zusammenfassung/
WRI Utrecht 2022
https://amab.noblogs.org/2022/09/18/zukunft-ohne-krieg-ein-bericht-zur-veranstaltung-der-war-resisters-international/
Wo?
Barcelona!
Hintour?
Viele von uns fahren am Mittwoch, den 26.11.25 am Berliner Hauptbahnhof auf Gleis 12 morgens um 4.28 mit dem ICE 275 los. Über Mannheim und Paris gehts nach Barcelona, wo wir hoffentlich um 21.29 ankommen. Alle die nicht aus Berlin kommen steigen an einem gewünschten Zwischenhalt des Zuges einfach dazu 🙂
Rücktour?
Wir sind bis Mittwoch, den 3.12. in Barcelona. An diesem Tag verlassen wir die Stadt um 09:28 und fahren nach Paris. Dort kommen wir an um 16:13. Um 19.12 geht es mit dem Nachtzug der Östereichischen Bäder-Bahn (ÖBB) weiter durch Deutschland bis nach Berlin. Letzteres erreichen wir am Donnerstag morgen um 9.08 Uhr. Alle die nicht aus Berlin kommen steigen an einem gewünschten Zwischenhalt einfach schonmal um 🙂
Kosten?
Eine Woche Barcelona ist teuer. Wir sind gerade am fundraisen. Du solltest jedoch mit einem Eigenanteil von ca. 200-300 Euro rechnen. Falls Du keine Kohle hast: Schreib uns bitte eine Mail. Wir behandeln das diskret und schaffen das aus dem Weg. Es hat bisher noch immer geklappt das alle mitfahren konnten die wollten.
Übernachtung?
Wir wissen noch nicht, wo wir übernachten. Wir hoffen, dass wir einen Kooperationspartner finden, der das Friedensthema auch gut findet, wie z. B. einige Kirchengemeinden oder linke Hausprojekte oder Gewerkschaften. Und das diese Leute uns kostengünstig Schlafplätze vermitteln können. Kann aber auch sein, das wir in einer Herberge, Spielunke oder ganz kapitalistisch in einem viel zu teuren Airbnb landen…
Fundraising?
Wir machen Fundraisung. Und da hilft Öffentlichkeitsarbeit. Gibt also viel zu tun, falls Du uns unterstützen und mitorganisieren möchtest schreib uns an und komm zu einem der offenen Orgaplena: w2a@riseup.net oder jugend@dfg-vk.de oder per Anmeldeformular zum Plena auf unserer Webseite https://antimil-aktionsnetzwerk.site36.net/mitmachen
Anmelden?
Unbedingt! Gibt ein Anmeldeformular auf https://antimil-aktionsnetzwerk.site36.net/mitmachen
Oder schickt uns einfach eine Mail an w2a@riseup.net oder jugend@dfg-vk.de